Espressobohnen für den Siebträger: So findest du deine Packung
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Recherchiert Röster-Ratgeber und Kaffee-Magazine, in eigenen Worten; enthält einen Affiliate-Link
Selbst getestet nur der Abschnitt „Meine Bohne“: Espresso II vom kleinen Röstwerk an der Gaggia Classic Evo Pro E24
Du kannst Mahlgrad, Dosis und Zeit sauber einstellen und trotzdem einen flachen Espresso bekommen, wenn die Bohne nicht passt. Die gute Nachricht: Für die richtige Packung musst du kein Kaffee-Experte sein. Es reichen vier Fragen beim Kauf. Hier stehen sie, dazu eine ehrliche Rechnung, was eine Tasse kostet.
Ganze Bohnen, Röstdatum auf der Packung, eine Menge, die du in etwa vier Wochen leer hast. An einer Einkreiser-Maschine mit Milch verzeiht eine mittlere bis dunkle Röstung am meisten.
Röstdatum schlägt Mindesthaltbarkeit
Kaffee schmeckt nicht ewig gleich. Nach der Röstung gibt die Bohne Kohlendioxid ab, danach verliert sie nach und nach Aroma. Das Mindesthaltbarkeitsdatum hilft dir dabei kaum: Verschlossen gelten Bohnen oft rund zwei Jahre als haltbar. Ob sie dann noch schmecken, ist eine andere Frage.
Ein aufgedrucktes Röstdatum ist deshalb das beste Zeichen beim Kauf. Für Espresso nennen Ratgeber je nach Röstung eine Ruhezeit von etwa 1–3 Wochen nach der Röstung. Danach solltest du die Packung zügig aufbrauchen. Offen geben Ratgeber für ganze Bohnen etwa 4–6 Wochen an. Steht nur ein MHD auf der Packung, weißt du nicht, wie alt der Kaffee ist.
Der Röstgrad muss zu Maschine und Tasse passen
Helle Röstungen sind fruchtig und säurebetont. Sie brauchen eine hohe und stabile Brühtemperatur, sonst schmecken sie schnell sauer. Das schaffen Maschinen mit PID-Regelung oder zwei Boilern leichter. Dunkle Röstungen sind kräftiger, schokoladiger und lösen sich leichter. Sie verzeihen Temperaturschwankungen eher, kippen dafür schneller ins Bittere.
Für Einsteiger an einem Einkreiser ohne PID, wie der Gaggia Classic Evo Pro, ist eine mittlere bis dunkle Röstung deshalb der entspanntere Start. Trinkst du vor allem Cappuccino, gilt das doppelt: Eine kräftige Röstung kommt durch die Milch durch, eine helle geht darin oft unter. Wenn dein Espresso trotzdem sauer oder bitter schmeckt, hilft Espresso schmeckt sauer oder bitter weiter.
Arabica, Robusta, Blend oder Single Origin
- Arabica: mehr Aroma und Säure, weniger Koffein. Die meisten hochwertigen Kaffees bestehen ganz oder größtenteils daraus.
- Robusta: mehr Koffein, mehr Bitterkeit, eine dichtere Crema. Ein kleiner Anteil macht viele italienische Espressomischungen kräftiger.
- Blend: eine Mischung mehrerer Kaffees. Röster stimmen Blends oft gezielt auf Espresso ab, damit sie in jeder Ernte ähnlich schmecken. Für den Einstieg die einfachere Wahl.
- Single Origin: ein Kaffee aus einer Herkunft. Spannend und eigen, aber oft heller geröstet und etwas anspruchsvoller einzustellen.
„Espresso“ auf der Packung heißt: so geröstet
Es gibt keine eigene Espresso-Bohne. „Espresso“ beschreibt das Röstprofil, also wofür der Röster die Bohne abgestimmt hat. Filterröstungen gehen im Siebträger auch, sind aber meist hell. Das macht sie an einfachen Maschinen schwieriger. Für den Anfang greifst du deshalb zu einer Packung, auf der Espresso steht.
Ganze Bohnen oder gemahlen?
Ganze Bohnen, sobald du eine Mühle hast. Gemahlener Kaffee verliert sein Aroma deutlich schneller: Ratgeber nennen höchstens etwa zwei Wochen. Wichtiger noch: Vorgemahlenes Pulver hat einen festen Mahlgrad. Genau der ist aber deine wichtigste Stellschraube beim Einstellen. Ohne Mühle bleiben dir nur Siebe mit doppeltem Boden (Drucksiebe), die das teilweise ausgleichen. Wie du eine passende Mühle findest, steht im Überblick zu Espressomühlen.
Wie lange reicht eine Packung?
Rechne mit 18 g pro doppeltem Espresso. Daraus ergibt sich:
- 250 g reichen für etwa 13 Bezüge.
- 500 g reichen für etwa 27 Bezüge.
- 1 kg reicht für etwa 55 Bezüge.
Zieh bei jeder neuen Packung ein bis drei Bezüge fürs Einstellen ab. Ein Kilo lohnt sich also erst, wenn du auf etwa zwei Bezüge am Tag kommst. Sonst liegt der Rest zu lange offen, und 250 oder 500 g sind die bessere Wahl, auch wenn das Kilo pro Gramm günstiger ist.
Kosten pro Tasse: Kilopreis × 0,018. Bei 20 € / kg sind das rund 36 Cent pro Espresso, bei 40 € / kg rund 72 Cent. Selbst gute Bohnen kosten damit pro Tasse einen Bruchteil von dem, was ein Café nimmt.
Neue Packung heißt: neu einstellen
Jede Bohne läuft anders durch die Mühle, auch wenn sie vom selben Röster kommt. Plane die ersten Bezüge einer neuen Packung als Einstellbezüge ein.
- Rezept festhalten. Gleiche Dosis wie immer, zum Beispiel 18 g → 36 g in 25–30 s.
- Ersten Bezug messen und probieren. Zu schnell und sauer: feiner. Zu langsam und bitter: gröber.
- In kleinen Schritten nachstellen. Immer nur eine Änderung auf einmal, und den neuen Wert aufschreiben.
Den ganzen Ablauf zum Ausdrucken gibt es im kostenlosen Dialing-in-Spickzettel. Mehr zur wichtigsten Stellschraube steht unter Mahlgrad für Espresso einstellen.
Meine Bohne
Selbst getestet
Ich kaufe meine Bohnen direkt beim kleinen Röstwerk in Hildesheim: den Espresso II, eine dunkle Röstung. Die Packung hat 250 g und kostet 9,99 €, das sind rund 72 Cent pro Bezug. Bei uns zu zweit ist eine Packung nach etwa fünf Tagen leer. Länger lagern muss ich sie also nicht.
An meiner Eureka Mignon Libra 65 läuft sie zurzeit auf Mahlgrad 6,5, an der Gaggia mit 18 g → ~36 g in 25–30 s. Ich trinke sie fast immer als Cappuccino, und die dunkle Röstung kommt durch die Milch gut durch. Diese Werte gelten nur für meine Mühle und meine Bohne. Nimm sie als Richtung, nicht als Ziel.
Vorher hatte ich günstige Bohnen aus dem Supermarkt. Sie schmeckten deutlich schlechter, und die Röstung war ungleichmäßig. Für mich lohnt sich der höhere Preis sehr. Mein ganzes Setup steht unter Mein Espresso-Setup.
Richtig lagern
- Dunkel, trocken, kühl. Licht, Wärme, Feuchtigkeit und Sauerstoff nehmen dem Kaffee Aroma. Ein Schrank fern vom Herd reicht.
- In der Originalverpackung lassen, wenn sie ein Aromaventil hat und sich gut verschließen lässt. Jedes Umfüllen bringt neuen Sauerstoff an die Bohnen.
- Sonst eine dichte, lichtundurchlässige Dose. Glas nur, wenn es im Dunkeln steht.
- Nicht in den Kühlschrank. Dort ist es feucht, und Kaffee nimmt Gerüche auf.
- Einfrieren nur portioniert. Röster raten zu kleinen, luftdicht verpackten Portionen für einen Bezug. Espressobohnen direkt gefroren mahlen und nie wieder einfrieren. Für eine Packung, die in einer Woche leer ist, lohnt sich der Aufwand nicht.
Wenn du umfüllen willst, hier eine Suche nach passenden Dosen. Sie ist keine Empfehlung einer bestimmten Marke.
* Affiliate-Link: Ich bekomme eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Der Link führt zu Suchergebnissen bei Amazon. Ich verlinke nur Produkte, die ich auch ohne Provision nennen würde. Ein Link heißt nicht, dass ich das Produkt selbst getestet habe. Mehr dazu: So finanziert sich Siebklar
Wo du gute Bohnen bekommst
- Rösterei vor Ort. Du kannst fragen, wann geröstet wurde, und oft vorher probieren. Sag dazu, dass du einen Siebträger hast und ob du Milch trinkst.
- Online bei Röstern und Händlern. Riesige Auswahl, praktisch für kleine Röstereien aus anderen Städten. Achte darauf, dass das Röstdatum genannt wird oder frisch nach Bestellung geröstet wird.
- Supermarkt. Geht als Notlösung. Meist fehlt das Röstdatum, und du weißt nicht, wie lange die Packung schon im Regal steht.
Eine Rangliste einzelner Kaffees gibt es hier bewusst nicht. Ich empfehle nur, was ich selbst getrunken habe, und das ist bisher eine Bohne.
Häufige Fragen
Sind ölige Bohnen schlecht?
Nein, sie sind meist einfach sehr dunkel geröstet. Das Öl setzt sich aber in der Mühle ab und kann dort mit der Zeit ranzig werden. Reinige die Mühle dann etwas öfter.
Wie lange sind offene Bohnen gut?
Ratgeber nennen für ganze Bohnen etwa vier bis sechs Wochen nach dem Öffnen, gut verschlossen und dunkel gelagert. Am meisten Aroma haben sie in den ersten Wochen.
Kann ich Filterkaffee-Bohnen im Siebträger nutzen?
Ja, aber helle Filterröstungen schmecken an einfachen Maschinen schnell sauer. Mahle dann feiner und gib ihnen etwas mehr Zeit. Für den Anfang ist eine Espressoröstung einfacher.
Brauche ich für Cappuccino andere Bohnen als für Espresso?
Nicht zwingend. Kräftige, mittlere bis dunkle Röstungen setzen sich in Milch besser durch. Trinkst du deinen Espresso pur, lohnt es sich eher, auch hellere Röstungen zu probieren.
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Quellen (zusammengefasst, nicht kopiert)